{"id":523,"date":"2019-05-27T14:46:40","date_gmt":"2019-05-27T13:46:40","guid":{"rendered":"http:\/\/vps31252.alfahosting-vps.de\/wordpress\/?page_id=523"},"modified":"2020-05-05T16:29:44","modified_gmt":"2020-05-05T15:29:44","slug":"acute_generalinformation_support-6_nervousness_de","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kidtrauma.org\/?page_id=523","title":{"rendered":"Nervosit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"Fliesstext\">Im ersten Monat nach einem traumatischen Ereignis ist es normal, dass Kinder und Jugendliche unruhiger und nerv\u00f6ser sind und beispielsweise Wut- oder Trotzanf\u00e4lle haben. Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses und der dauernde Versuch, ausl\u00f6senden Situationen aus dem Weg zu gehen, f\u00fchren bei Kindern und Jugendlichen zu einer andauernden Anspannung. Sie k\u00f6nnen deshalb an Schlafst\u00f6rungen, Konzentrationsproblemen oder erh\u00f6hter Schreckhaftigkeit leiden.<\/p>\n\n\n\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>Ein- und Durchschlafschwierigkeiten<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Einschlafrituale sind ganz besonders nach einem Trauma von grosser Bedeutung. Versuchen Sie dieselben Rituale wie vor dem Trauma so schnell wie m\u00f6glich wieder einzuf\u00fchren (Geschichte erz\u00e4hlen, vom Tag erz\u00e4hlen, usw.)<\/li>\n<li>Falls n\u00f6tig, helfen Sie Ihrem Kind neue Rituale f\u00fcr sich zu finden, die ihm helfen einzuschlafen (z.B. Musik oder Geschichte h\u00f6ren, lesen, an etwas Sch\u00f6nes denken, usw.).<\/li>\n<li>Selbstberuhigungsrituale k\u00f6nnen eingesetzt werden, wenn das Kind in der Nacht erwacht. Bevor das Kind die Eltern aufweckt, sollte es diese Rituale ausprobieren. Es k\u00f6nnte z. B. sein Lieblingsstofftier als Besch\u00fctzer oder ein Gegenstand der Eltern als Unterst\u00fctzung bei sich haben.<\/li>\n<li>Falls sich Ihr Kind von sich aus w\u00fcnscht, wieder bei Ihnen im Elternbett zu schlafen, k\u00f6nnen Sie dies f\u00fcr eine kurze und im Voraus vereinbarte Zeitspanne (z.B. 3 N\u00e4chte) erlauben. Alternativ k\u00f6nnen Sie Ihr Kind im Elternzimmer auf einer separaten Matratze schlafen lassen.<\/li>\n<li>Sie k\u00f6nnen auch die T\u00fcre im Kinderzimmer leicht offen oder ein Nachtlicht brennen lassen.<\/li>\n<li>Grunds\u00e4tzlich sollte darauf geachtet werden, dass eine Stunde vor dem Schlafengehen keine aufregenden T\u00e4tigkeiten gemacht werden (kein TV oder Handy, keine Computer-Spiele).<\/li>\n<li>Achten Sie darauf, dass Ihr Kind w\u00e4hrend des Tages gen\u00fcgend und regelm\u00e4ssige k\u00f6rperliche Bewegung hat und Sport treibt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>Konzentrationsschwierigkeiten<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten sind bei Kindern und Jugendlichen nach einem traumatischen Ereignis h\u00e4ufig. Ungewollte Gedanken oder Erinnerungen an das Ereignis lenken Kinder und Jugendliche ab und f\u00fchren zu Aufmerksamkeitsproblemen.<\/li>\n<li>Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, was los ist, wenn es Konzentrationsschwierigkeiten hat. Finden Sie mit Ihrem Kind heraus, ob es bestimmte Situationen gibt, in welchen die Konzentrationsschwierigkeiten vermehrt auftreten.<\/li>\n<li>Es ist in jedem Fall empfehlenswert, dass Sie die Lehrperson Ihres Kindes \u00fcber das traumatische Ereignis und die damit verbundenen Schwierigkeiten informieren. Sie k\u00f6nnen die Lehrperson f\u00fcr weitere Informationen auch auf diese Website verweisen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>\u00dcberm\u00e4ssige Vorsicht<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Nach einem traumatischen Ereignis ist es normal, dass Kinder und Jugendliche sich \u00fcberm\u00e4ssig wachsam und angespannt verhalten.<\/li>\n<li>Helfen Sie Ihrem Kind, seine Sorgen mitzuteilen und geben Sie ihm realistische Informationen. Erkl\u00e4ren Sie ihm, dass diese innerliche Unruhe normal ist und wieder weggehen wird.<\/li>\n<li>Ermuntern Sie Ihr Kind zu Freizeitaktivit\u00e4ten und Treffen von Freunden und achten Sie darauf, dass bisher beliebte Aktivit\u00e4ten oder Orte nicht gemieden werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3>Schreckhaftigkeit<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Es ist normal, dass Kinder und Jugendliche nach einem traumatischen Ereignis schreckhafter sind. Sie haben oft Angst, dass ihnen so etwas erneut passiert und suchen die Umgebung st\u00e4ndig nach m\u00f6glichen Risiken ab. Kleinste Reize (z.B. Ger\u00e4usche) k\u00f6nnen das Kind erschrecken.<\/li>\n<li>Versichern Sie Ihrem Kind, dass Sie und andere Erwachsene es besch\u00fctzen werden und vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit.<\/li>\n<li>Geben Sie Ihrem Kind die M\u00f6glichkeit, seine \u00c4ngste mitzuteilen und nehmen Sie die \u00c4ngste ernst.<\/li>\n<li>Seien Sie Ihrem Kind gegen\u00fcber so gelassen wie m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit, indem Sie ihm viel Zuwendung geben, sich in seiner N\u00e4he aufhalten und h\u00e4ufig mit ihm sprechen oder spielen.<\/li>\n<li>Achten Sie darauf, dass Sie die \u00c4ngste des Kindes nicht verst\u00e4rken. Ermuntern Sie es soweit wie m\u00f6glich, angstausl\u00f6sende Situationen zu ertragen und loben Sie es, wenn es das schafft. Ermuntern Sie mutiges Verhalten!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3>&nbsp;<\/h3>\n<h3>Gereiztheit<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>K\u00f6rperliche \u00dcbererregung und andauernde Anspannung sind nach einem traumatischen Ereignis normal. Diese zeigen sich bei Kindern und Jugendlichen h\u00e4ufig durch schlechte Laune oder Gereiztheit.<\/li>\n<li>Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, dass verschiedene Gef\u00fchle wie Anspannung, M\u00fcdigkeit oder Sorgen zu Wut oder gereiztem Verhalten f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Helfen Sie Ihrem Kind seine Gef\u00fchle, Frustrationen und Sorgen in Worte auszudr\u00fccken und h\u00f6ren Sie sorgf\u00e4ltig zu.<\/li>\n<li>Ermuntern Sie Ihr Kind zu Freizeitaktivit\u00e4ten und Bewegungen als Ventil f\u00fcr seine Gef\u00fchle und die Frustration.<\/li>\n<li>Auf Grund der Reizbarkeit kann Ihr Kind auch \u00f6fters den Unterricht in der Schule st\u00f6ren. Nehmen Sie dann Kontakt mit dem Lehrer auf und erkl\u00e4ren Sie ihm die Situation.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3>\u00a0<\/h3>\n<h3>Wutanf\u00e4lle, Aggressivit\u00e4t<\/h3>\n<ul style=\"list-style-type: square;\">\n<li>Es ist normal, dass Kinder und Jugendliche nach einem traumatischen Ereignis reizbarer und sensibler und dadurch schneller frustriert und aggressiv sind.<\/li>\n<li>Seien Sie geduldig und versuchen Sie zu verstehen, was in Ihrem Kind innerlich vor sich geht: Ist das Kind ver\u00e4ngstigt, w\u00fctend oder gelangweilt?<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzen Sie Ihr Kind, seine Bed\u00fcrfnisse, seine Frustration oder seine Sorge in Worte zu fassen und helfen Sie ihm, seine Wut mit anderen Mitteln auszudr\u00fccken.<\/li>\n<li>Erkl\u00e4ren Sie Ihrem Kind, dass Sie verstehen, wenn es im Moment schneller w\u00fctend ist, seien Sie aber trotzdem konsequent.<\/li>\n<li>Verhalten Sie sich immer konsequent, stellen Sie klare Regeln f\u00fcr angemessenes Verhalten auf und setzen Sie klare Grenzen. Lassen Sie das Kind wissen, wenn etwas nicht ok ist und unterbrechen Sie aggressives Verhalten immer sofort. Lassen Sie die Situation nicht eskalieren, intervenieren Sie fr\u00fch.<\/li>\n<li>Verwenden Sie einfache, ruhige und vern\u00fcnftige Instruktionen.<\/li>\n<li>Vereinbaren Sie mit dem Kind, was es machen kann, wenn die Wut kommt (in ein Kissen beissen, Boxsack,&#8230;). Stellen Sie auch hierzu klare Regeln auf.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Monat nach einem traumatischen Ereignis ist es normal, dass Kinder und Jugendliche unruhiger und nerv\u00f6ser sind und beispielsweise Wut- oder Trotzanf\u00e4lle haben. Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses und der dauernde Versuch, ausl\u00f6senden Situationen aus dem Weg zu gehen, f\u00fchren bei Kindern und Jugendlichen zu einer andauernden Anspannung. 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